Georg III. von Anhalt

Georg III. von Anhalt

Georg III., Fürst zu Anhalt, dritter Sohn des Fürsten Ernst von Anhalt und dessen Gemahlinn Margarethe, Tochter des Herzogs von Münsterberg, war am 13. August 1507 zu Dessau geboren. Die fürstlichen Ältern liebten die Erforschung der göttlichen Dinge und führten ein andachtsvolles, reines Leben. Fürst Ernst, der Gründer der Schlosskirche zu Dessau, starb bereits 1516. Margarethe übernahm als Vormünderinn ihrer Kinder die Landesregierung und verwaltete sie so ausgezeichnet, dass Fürst Wolfgang von Anhalt-Köthen, im Begriff, eine längere Reise in’s Ausland zu machen, sie um die Administration seiner Lande bat, welche sie auch mit der Erklärung übernahm: „Weil mir Euer Liebden die Haushaltung befehlen, will ich gern als ein alter Kettenhund bellen, so viel ich kann, Das mag laufen, so weit es will.“ Ihr inniges Glaubensleben spiegelt sich in einem Liede von dem Leiden, Sterben, Auferstehen und der Himmelfahrt Christi, das sie selbst verfasst und mit ihren Hofjungfrauen gesungen hat. Fürst Georg gab es späterhin als Anhang zu einigen seiner Predigten heraus. In der Vorrede sagt er u. A.: „Wir haben billig Gott zu danken, dass unsere liebe Frau Mutter sowohl, als unseres freundlichen, lieben Vettern, Fürst Wolfgangen Frau Mutter die Herrschaft mit Treuen gemeint und dieselbigen beiden Margarethen edle Perlen in unserm Hause gewesen, und nicht allein in zeitlichen Gütern uns getreulich vorgestanden, sondern auch zu Gottes Ehre und Furcht und tugendlichem Leben, wie auch unser Vetter Bischof Adolf gethan, uns auferzogen und gehalten; so hab’ ich zur Dankbarkeit dies ihr Bekenntniss von unserm Herrn Jesu Christo, von seinen Leiden, Auferstehung und Wohlthaten, nicht wollen unbezeugt lassen. Daran hab’ ich auch gehängt ein Gebet, das ich etwas aus ihrer Gnaden eigenem Munde selber geschrieben, das auch christlich und die Hauptartikel begreift.“ Letzteres lautet: „Heiliger, himmlischer Vater, starker, lebendiger und ewiger Gott, wir danken Dir durch Deinen ewigen, einigen und allerliebsten Sohn, dass Du uns denselbigen Deinen einigen Sohn hast gegeben zu einem Erlöser und Seligmacher, in dem und mit dem Du dich uns Selber giebst und alle Dinge, in welchem Du uns in Ewigkeit aus Deiner lauteren Güte und Gnade ohne all unser Verdienst, und ehe wir Dich haben können bitten, uns hast versehen, erwählet, geschaffen, Dein heiliges Wort gesandt, Deinen Namen und Willen verkündigt, den rechten Glauben gelehrt, uns dazu berufen und ihn uns zu einem Exempel und Lehrer aller Tugend gesetzt, durch seine Demuth gestraft unsere Hoffahrt, durch seine Geduld unsere Ungeduld, durch seine Sanftmüthigkeit unsern Zorn, durch seine Gunst und Liebe unsern Neid und Hass, durch seine willige Armuth und Versühnung der Welt unsere Geizigkeit nach zeitlicher Ehre und Gut, durch seine Zucht und Unschuld unsere unkeuschen Gedanken, Worte und Werke, durch seine grosse Mässigkeit und gestrenges Fasten unsern Frass und Trunkenheit, durch seine Gütigkeit unsere Grausamkeit, durch seine milde Barmherzigkeit unsere unbarmherzige Kargheit, durch seine liebliche Freundlichkeit unsere hoffährtige Störrigkeit, durch seine Mühe und Arbeit unsere Trägheit, durch seinen ämsigen Fleiss unsere Versäumlichkeit, durch seine wahrhaftige Gerechtigkeit unsere Gleissnerei, durch seine treue unsere Falschheit, durch sein ämsiges und hitziges Gebet unsere Lauheit und Nachlässigkeit zu bitten, durch seine Geistlichkeit unsere fleischliche Sinnlichkeit, durch seine Vollkommenheit unsere Gebrechen und Unvollkommenheit. Wir danken Dir auch, o himmlischer Vater, dass Du ihn hast gegeben, unschuldiglich zu leiden für unsere Schwachheit Pein und Marter, auf dass er uns erlösete von der ewigen höllischen Pein, mit seinem heiligen, rosenfarbenen Blutvergiessen uns gereiniget von allen unseren Sünden, durch seinen Tod uns gefreiet von dem ewigen Tod und durch seine Absteigung zur Hölle dieselbige zerbrochen und die Altväter und uns Alle, die wir im Glauben von der Hölle und Gewalt des Teufels erlöset, durch seine gewaltige, sieghafte, untödtliche und fröhliche Auferstehung hat gerechtfertigt, verheissen und versigelt das ewige Leben, durch seine gewaltige Auffahrt zum Himmel und hat die Thür geöffnet, den Weg und die Statt bereitet, der da sitzet zu Deiner Rechten als unser ewiger, versühnlicher Mittler, Fürbitter und Fürsprecher und ein zukünftiger, gerechter Richter der Lebendigen und Todten, einem Jeglichen zu geben nach seinen Werken, durch welches Verdienst und Gebet sammt ihm hast gesandt den heiligen Geist und uns durch Den in Einigkeit des heiligen christlichen Glaubens und Gemeinschaft der heiligen christlichen und gemeinen Kirche versammelt und die heiligen Sacramente geordnet und derselbigen empfänglich und theilhaftig gemacht, durch welchen heiligen Geist Du dieselbige christliche Kirche heiligest, erleuchtest, unterweisest und ewig regirest, uns bitten lehrst, unseren Gebrechen hilfst, stärkst, erhörst und gnädiglich tröstest und alle unsere geistliche und leibliche Nothdurft väterlich bedenkest und uns versorgest, zu allem Guten förderst und vor allem Übel behütest. Dem Könige aller Könige und Herrn aller Herren, seinem eingeborenen Sohne, dem Herrn Jesu Christo und dem heiligen Geiste sei Lob, Ehre, Benedeiung und Danksagung zu ewigen Zeiten. Amen. Dieweil wir Christen durch göttliche Gnade den Glauben haben, dass Gott unser Vater ist, mögen wir uns auch nichts Anderen zu ihm, der das höchste Gut selbst ist, denn des Allerbesten vertrösten und gewisslich versehen, als Kinder zu ihrem Vater. So wir denn solchen Glauben und Zuversicht zu Gott haben, kann’s nicht fehlen, wir müssen ihn auch lieben und von Herzen hold sein. Denn wer wollte oder könnte Gott wider und entgegen sein, zu dem wir uns alles Guten überflüssig versehen? Wer mag aber mit Wahrheit sagen, dass er Gott recht liebe und sich alles Guten, als Kinder zu ihrem Vater, vertröste, welcher ihm Gottes Willen nicht lässt wohlgefallen und im fröhlichen Herzen im Glauben annimmt, was ihm Gott zuschickt? So wir denn im Glauben mit göttlicher Gnade und Hoffnung durch Gott erleuchtet, wollen wir die Heimsuchung um Gottes willen uns ganz wohl gefallen lassen, geduldig annehmen und tragen und bedenken, dass durch den einigen Weg, als durch Krankheit und Tod, wir letztlich zum Leben müssen kommen und uns Dess trösten, dass Christus durch sein Sterben und Auferstehen den Tod überwunden hat, dass er kein Recht mehr an uns haben kann, allein ein Durchgang zum ewigen Leben worden ist. Darum wird uns der allmächtige Gott gnädiglich helfen und trösten, Der verleihe uns einen rechten Glauben, Hoffnung und Erkenntniss seines allerliebsten Willens.“

Mit den ersten tiefen Eindrücken, die Georg aus frommer häuslicher Umgebung und Zucht empfing, wurde er, wahrscheinlich gleich nach des Vaters Tode, seinem Vetter, dem Bischofe Adolf von Merseburg, Prinzen von Anhalt, zur Erziehung übergeben. Obgleich noch durch die Vorurtheile seiner Zeit verblendet, war Adolf dennoch von inniger Religiösität durchdrungen, pflegte die Keime des Heiligen in seines Zöglings Seele und hielt ihn sogar zum Lesen der heiligen Schrift an. Er bildete ihn von vornherein zum Geistlichen und beförderte ihn schon 1518 zum Canonicus des Merseburger Domstiftes. Im folgenden Jahre wurde der zwölfjährige Prinz dem berühmten Lehrer und Pädagogen Georg Heltus von Forchheim in Leipzig anvertraut. Bei bedeutenden Anlagen und ausserordentlicher Wissbegierde machte er bald grosse Fortschritte in der Philosophie, Dialectik und Religionslehre. „Da er nachmals zur Regirung kommen ist, hat er diesen seinen praeceptoren so ehrlich und wohl gehalten, dass er ihn wie seinen Herrn Vater geehrtet , seines getreuen Rathes gepfleget und ihm in allen billigen Sachen willig und gern gefolget“ (Mackerey). Auf den Rath Adolf’s widmete er sich nach einigen Jahren dem Studium der Rechte, das er geistig erfasste und mit Verachtung aller Sophismen als ein Forschen nach dem göttlichen Urtheil über Gut und Böse trieb. Einem Fürsten – sagte er oft mit Bezug auf die Verdrehung des Rechts – steht nicht an, dass er lüge (Sprüchw. 17,7.). Nach seinem Abgange von Leipzig lebte er wieder in Merseburg, empfing 1524 die Priesterweihe und ein Jahr darauf die Stelle eines Subdiaconus. Des wohlthätigen Einflusses, den Adolf’s Wort und Wesen auf ihn übte, erinnerte er sich in der Folge immer noch mit herzlicher Dankbarkeit. So erwähnt er u.A.: „Dieweil ich in meiner Jugend von meinem lieben Vetter, Bischof Adolf, gehört und zu Gemüthe gefasset, dass St. Augustinus die Seelsorger, so Gottes Wort nicht verkündigen, aus dem Propheten Jesaia (C. 56.) stumme Hunde nennet, und derhalben er selbst oft besserlich gepredigt, hat mich auch bewogen solch Rede und Exempel, dass ich nach der Maasse, von Gott mir verliehen, zu Zeiten das göttliche Wort dem befohlenen Volke fürgetragen.“ Auch war der Bischof dem Evangelium je länger, desto weniger abgeneigt gewesen. Als einst in seiner Gegenwart von der Glaubensgerechtigkeit als einer neuen Lehre geredet war, hatte er lange gedankenvoll geschwiegen, endlich aber drei mal heftig ausgerufen: Wie? Heisst ihr Dies eine neue Lehre und habt vergessen, was wir im Psalter lesen: Vor deinen Augen wird nicht gerecht geachtet irgend Einer, der da lebet! Als Adolf kurz vor seinem Tode (1526) die Dompropstei zu Magdeburg und Meissen erhielt, trat er dieselbe an Georg ab, dessen geistlicher Trieb dadurch grössere Befriedigung empfing. Aber auch des jungen Fürsten juristische Kenntnisse sollten verwerthet werden. Er ward im J. 1529 von Albert, Churfürsten von Mainz und Erzbischofe von Magdeburg, zum Hofrath ernannt. Schon in diesem Amte zeigte er bei Verhandlung der ihm überwiesenen churfürstlichen Rechtssachen eine ausserordentliche Beredtsamkeit. Die Wahrheitsliebe jedoch, mit der er verderbliche Missbräuche ohne Scheu angriff, erweckte ihm Widersacher, die ihn bei dem Churfürsten in Ungnade brachten und dadurch veranlassten, sich vom Hofe zu entfernen.

Im J. 1530 starb Margarethe, nicht als Lutheranerinn, wohl aber als gläubige Christinn. „Dieweil denn“ – sagt der Fürst 1552 – „ihre Gnaden in solcher Erkenntniss und Anrufung unseres Herrn Jesu Christi Anno 1530 in Vigilia Petri und Pauli von dieser Welt abgeschieden und all ihr Vertrauen und Trost auf die Gnade und Barmherzigkeit Gottes durch Christum gestellet, so ist bei mir kein Zweifel, dass ihre Gnaden als eine gläubige Tochter Abrahä ewig selig werden und ihre übrigen Gebrechen und Irrsale durch solchen Glauben auf den Artikel: Ich glaube Vergebung der Sünde, und das Gebet: Vergieb uns unsere Schuld, wie auch alle lieben Heiligen bitten müssen, vergeben, verloschen und verschlungen sind, wie denn St. Augustinus von St. Cypriano, dass ihm seine Irrsale nicht zugerechnet, gleichergestalt redet.“ Die drei Fürsten, deren ältester Bruder, Thomas, früh gestorben war, und von denen Johann älter, Joachim aber jünger, als Georg war, übernahmen nach der Mutter Tode gemeinschaftliche die Landesregirung. „Alsdann hat“ – so erzählt Camerarius – „Fürst Georg vor allen Dingen brüderliche Liebe zu erhalten unter ihnen sich beflissen und auch zuwegegebracht, dass diese drei Fürsten und Brüder so freundlich mit einander gelebt, wie Dergleichen nicht viel erfahren, und hielt ein Jeder den Andern vor Augen und in Ehren. Fürst Georg hat auch mit grosser Vernunft und Ehrbarkeit die Theilung des Landes und Besserung desselben also verfügt, dass es wohl zugenommen und derhalben nie keines Menschen Klage erfahren, und besass wohl ein jeder Fürst sein Theil für sich, das Eigenthum aber blieb und war gemein ihrer aller Dreier.“ „Fürst Georg hat auch in der Regirung gegen die durchleuchtigen hochgeborenen Fürsten und Herren, Herrn Johannes und Herrn Joachim, seine geliebten Brüder (welches gar fromme, gottesfürchtige Fürsten gewesen), je und allewege dermaassen gehalten, dass er die Arbeit der Regirung mit hat helfen tragen und sein ganzes Leben also angestellt, dass sie keiner Sachen halben jemals mit einander aufstützig geworden“ (Major). Die Residenz der Fürsten war zu Dessau; „dieweil aber Fürst Georg ein Glied war des Thurmstiftes zu Merseburg (da er auch nicht Alters halber, sondern, dass er sehr jung auf’s Stift gekommen, Senior gewesen), pflegte er gar gern daselbst Hof zu halten, und hielt dafür, er wäre des Orts gesünder und fröhlicher, denn anderswo; solches mochte daher kommen, dass er daselbst erzogen“ (Camerarius).

Lange noch war Georg ein treuer Diener der römisch-katholischen Kirche geblieben, selbst nachdem er die Schwächen ihrer Praxis erkannt hatte. „Ich habe“ – erzählt er – „sonderlich zu den Ceremonieen und Kirchengebräuchen grosse Lust und Liebe getragen und Freude darinnen gehabt, und bin dieser Lehre, so man lutherisch nennt, von Herzen feind gewesen; denn mir Doctor Luther also fürgebildet worden als ein aufrührerischer Lehrer, der Gottesdienst, Zucht, alle Ehrbarkeit zerstörte und gute Werke zu thun verböte.“ Aber der Ablasskram, die Gräuel des Cölibats und die Kelchentziehung wurden ihm je länger, desto widerwärtiger. Luther’s Schriften, die er zu lesen sich entschloss und mit der heiligen Schrift verglich, machten allmälig immer tieferen Eindruck auf seine nach Wahrheit ringende Seele. Aber er trauete sich selbst nicht sogleich um seiner Jugend willen. Mit inbrünstigen und anhaltenden Gebeten rief er zu Gott um Erleuchtung; oft flehete er unter Thränen: Handle mit Deinem Knechte nach Deiner Gnade und lehre mich Deine Rechte! (Ps. 119,124.) Mit dem Gebete aber verband er gründliche, forschende Arbeit. Die Bibel richtig zu verstehen, studirte er das Hebräische und Griechische bis zur anerkannten Meisterschaft. Ausser der heiligen Schrift las er vorzüglich den Augustinus, Hieronymus, Peter den Lombarden und historische Schriften. Daraus entwickelten sich viele Lebensfragen in seinem Innern, die der Verkehr mit vielen Gelehrten, namentlich mit Georg Helt, ihrer Lösung näher brachte. Ihre volle Erledigung fanden sie erst, als er sich, bald nach dem Reichstage zu Augsburg, auf dem sein Vetter Wolfgang bereits für das reine Evangelium gezeugt hatte, für Luther’s Lehre entschied.

Im Jahre 1532 führte er in Gemeinschaft mit seinen Brüdern im Anhaltschen die Reformation durch. Nicolaus Hausmann, aus Zwickau vertrieben, wurde Prediger zu Dessau. Vergeblich versuchten Georg von Sachsen und Joachim von Brandenburg den Fürsten umzustimmen, und allzu plump verwies ihn Cochläus unter Verdächtigung Hausmann’s an den Rath der Papisten Mensing, Vehus und Ochsenfurth. Auch auf dem linken Elbufer setzte Georg als Dompropst von Magdeburg die Reformation durch; auf dem rechten vermochte er es erst, als Joachim II. zur Regirung kam.

1544 wurde Georg zum Coadjutor des Stiftes Merseburg berufen und als solcher mit allen geistlichen Functionen eines Bischofes, unter der weltlichen Administration Herzog’s August von Sachsen, betrauet. Am 2. August des folgenden Jahres liess er sich von Luther feierlich einführen und weihen. Als die Papisten diesen Act für ungültig erklärten, weil er nicht von einem gesalbten Bischofe vollzogen sei, erklärte Georg: „Ob wir gleich nicht Bischofskronen tragen, ist doch das liebe befohlene Volk unsere Krone, und unser Bischofsstab ist Gottes Wort, damit wir die reissenden Wölfe von dem Schafstall Christi abtreiben, und unsere Salbung ist der heilige Geist und seine göttliche Lehre.“ Eifrig und treu war Georg’s geistliche Thätigkeit. Er visitirte die Kirchen des Stiftes unter Mitwirkung des Dompredigers Antonius Musa, hielt häufige Vorträge vor den Geistlichen und predigte oft, vorzüglich auf Musa’s Anregung, vor dem Volke. 1548 copulirte er den Herzog August von Sachsen mit Anna, Prinzessinn von Dänemark. Die Traurede ist noch vorhanden. Obgleich geistreich, gründlich und gewandt als Prediger, vermochte er es nach seiner Bescheidenheit, einen Theil seiner Predigten von Melanchthon ausarbeiten zu lassen.

Georg’s praktische Tüchtigkeit suchte immer wieder ihren Zufluss in der Meditation und Wissenschaft. Unter anderen nährte er sich an den Schriften Anton Corvin’s, die er denen von Luther und Melanchthon am nächsten stellte. Gespräche mit gelehrten Männern gehörten zu seinem Lebenselemente. Über juristische Angelegenheiten besprach er sich mit Hieronymus Schurff und Ludwig Fach; über medicinische mit Sebastian Auerbach, Augustin Schurff und Jacob Milich; über historische und philologische mit Joachim Camerarius; über theologische mit Luther, Jonas und Bugenhagen. So fragte er einst Luther, warum der Sohn Logos und die dritte Person Spiritus genannt werde. Luther erwiderte: „Der Sohn ist des ewigen Vaters wesentlich und ganz Ebenbild und wird in der heiligen Schrift des ewigen Vaters Wort genannt, nicht allein darum, dass er Gottes ewiges Ebenbild ist und vom Vater in Ewigkeit geboren wird, so er sich selbst anschauet, sondern auch darum, weil durch ihn die Ordnung der Erschaffung und Seligmachung der Menschen ist ausgesprochen worden. Dieser ist der Engel des grossen Raths, der die wunderbarliche und heimliche Ordnung von Erlösung des menschlichen Geschlechts aus dem Schoosse seines ewigen himmlischen Vaters hervorbringt, und er ist selbst dieselbe Person, die im Paradiese die liebliche Stimme des Evangelii (des Weibes Same soll der Schlange den Kopf zertreten) zu Adam und Eva, unseren ersten Ältern, spricht und also das Predigtamt selbst stiftet und einsetzt, auch noch heutiges Tages dasselbige wider aller seiner Feinde Toben und Wüthen gewaltiglich erhält und dadurch in den Herzen der Menschen kräftiglich wirkt, tröstet sie, zeiget ihnen den Vater, giebt ihnen wieder das ewige Leben und den heiligen Geist, welcher darnach in den Herzen der Gläubigen Freude an Gott, Liebe, rechte Anrufung und andere solche Regungen erwecket, wirket und anzündet, als er selbst ist. Daher er denn auch Spiritus genannt wird. Denn die dritte Person ist uns also offenbaret, dass sie sei wie eine Flamme, die da Liebe und Freude in Gott und andere Regungen in unseren Herzen wirket und anzündet.“ Mit Begeisterung gedenkt der Fürst zweier segensreicher Gespräche, die er mit Luther zu Wittenberg und Merseburg gehabt, in folgenden Worten: „Hiebei“ (nämlich bei Erwähnung des Katechismus) „erinnere ich mich des ehrwürdigen Doctor Martini seligen holdseliger Rede und Zeugniss, wie hoch er die Lehre des Katechismi und von allen Stücken desselbigen gehalten, so ich aus seinem Munde zu Wittenberg in einem lieblichen Gespräch, das er mit mir und Anderen gehabt, selbst gehört, welches wohl werth ist, dass es im Gedächtniss behalten werde, nämlich ungefährlich der Meinung, dass, wie das Hohelied Salomonis Canticum Canticorum, ein Gesang über alle Gesänge genannt wird, also zum Ersten sei Decalogus Doctrina Doctrinarum, eine Lehre über alle Lehren, die höchste Lehre, daraus Gottes Wille erkannt, was Gott von uns fordert, und was uns mangelt. Zum Andern sei Symbolum, oder das Bekenntniss unseres heiligen, christlichen Glaubens, Historia Historiarum, eine Historie über alle Historien, darin uns die unermesslichen Wunderwerke göttlicher Majestät von Anfang bis in Ewigkeit fürgetragen werden, wie wir und alle Creaturen erschaffen, wie wir durch den Sohn Gottes aus grosser Liebe vermittelst seiner Menschwerdung, Leiden, Sterben und Auferstehung erlöset, wie wir auch durch den heiligen Geist verneuert, geheiliget und eine neue Creatur und allesammt zu einem Volke Gottes versammelt, Vergebung der Sünde haben und selig werden. Zum Dritten sei Oratio Dominica, das Vaterunser, Oratio Orationum, ein Gebet über alle Gebete, das allerhöchste Gebet, welches der allerhöchste Meister gelehret, und darin alle geistliche und leibliche Noth begriffen und der kräftigste Trost ist in allen Anfechtungen, Trübsalen und in der letzten Stunde. Zum Vierten so seien die hochwürdigen Sacramenta Ceremoniae Ceremoniarum, die höchsten Ceremonieen, welche Gott selbst gestiftet und eingesetzt und uns darinnen seiner Gnade versichert. Derhalben sollen wir ja den Katechismus lieb und werth halten und der Jugend mit Fleiss einbilden; denn darinnen die rechte, alte, wahre, reine, göttliche Lehre der heiligen christlichen Kirche zusammengefasset, und was Dem entgegen ist, für Neuerung und falsche, irrsälige Lehre zu halten, es habe auch so lange gewähret, wie es wolle, davor wir uns hüten sollen. Und mag dabei auch wohl gedenken, dass gemeldeter Doctor Martinus, da er zu Merseburg bei mir auf dem Stuhle gesessen und seinen Abschied damals von mir nehmen wollte, und unter Anderm der vielfältigen gräulichen Secten, so sich hin und wieder in fremden Landen erregten, sonderlich auch der Zwinglianer gedacht, hat er seine Augen und Hände aufgehoben und gesagt: Ich danke meinem lieben Gott, dass ich keine neue Lehre erfunden oder geführt habe, sondern bei der alten, wahren Lehre geblieben, und darüber gehalten und alle Neuerung, so wider die alte, wahre christliche Lehre und Glauben von Juden, Türken, Ketzern, dem Papst und allen Secten, Sacramentirern, Wiedertäufern, und wie sie Namen haben mögen, eingeführt, gestritten und Denen, so viel ich vermocht, gewehrt habe. Welche Rede mich hoch erfreuet und ich darum erzähle, dass nicht sein Gemüth gewesen, Neuerung anzurichten, wie ich’s selbst etwa, so wohl als Andere, gemeint, sondern alle Zeit unverrückt bei der Schrift und bei den Artikeln unseres christlichen Glaubens fest geblieben und nur die Gegenlehre und Missbräuche angefochten hat. Und ist auch kein gewisser Weg, bei der reinen Lehre zu bleiben und Irrthum zu meiden, denn dass wir uns an die Artikel unseres heiligen christlichen Glaubens, wie uns das heilige Symbolum lehret, festhalten und weder zur Rechten, noch zur Linken davon weichen oder wanken“ (Vorrede zu den Predigten über Ps. 16.). – Gegen Jonas äusserte Georg einst seine Bedenken über die Definition des Johannes: Die Sünde ist das Unrecht (1. Joh. 3,4); welche ihm tautologisch schien. Jonas wies ihn darauf hin, wie häufig die Definition vergleichsweise durch Privation geschähe. Wie man z.B. sage, die Finsterniss sei eine Privation des Lichtes; so erklärte Johannes sehr richtig, Sünde sei, was dem Gesetz entgegenstehe; „die Sünde ist die Gesetzwidrigkeit. An Bugenhagen’s sinnigem Vergleiche des rechtfertigenden Glaubens mit dem Ringe, der den Edelstein einschliesse, wie jener Christum ergötzte er sich höchlich. Aber er nahm nicht bloss von seinen Freunden, sondern er gab ihnen auch. Selbst auf Luther übte er einen bedeutenden Einfluss aus. Als in Folge des Zwistes, der zwischen dem Churfürsten Johann Friedrich und dem Herzoge Moritz 1542 über die Jurisdiction der Stadt Wurzen entstanden war, Luther eine sehr heftige Aufforderung zum Frieden an beide Fürsten aufgesetzt und den ersten Bogen derselbe bereits dem Drucke übergeben hatte, liess ihn Georg dringend um Zurückhaltung bitten, und Luther gab mit der Erklärung nach: „Fürst Georg ist frömmer, denn ich; wo Der nicht in den Himmel kommt, so werde ich wohl herausbleiben. Ich weiss, dass es S. fürstl. Gnaden wohl und gut meinen; so will ich mich auch nicht dünken lassen, dass ich allein den heiligen Geist habe und will meine scharfe Feder bei meinem Schreibzeug legen und beten helfen: Da pacem, Domine, in diebus nostris.“

Im schmalkaldischen Kriege hatte Georg einen schweren Stand. Entschieden evangelisch gesinnt warnte er mit der grössten Energie, aber doch vergeblich den Herzog Moritz vor Feindseligkeit gegen den Churfürsten und die Sache der Protestanten. Andererseits ein treuer Unterthan des Kaisers hatte er unter den Gewaltthätigkeiten der churfürstlichen Truppen zu leiden. Er musste erleben, dass Merseburg von ihnen verwüstet und geplündert wurde, und während er als conservativer Politiker für den Kaiser beten liess, stiegen seine flehentlichen Seufzer zugleich für das Evangelium zu Gott empor. Von protestantischen Waffen bedrohet eröffnete er dennoch einem protestantischen Flüchtlinge, seinem Camerarius mit Weib und Kind, ein schützendes Asyl. „Fürst Georg“ – so schrieb dieser Gast Melanchthon – „wird von unsäglichen Sorgen ganz aufgerieben, und die Herzensgüte, mit der er überall helfen will, setzt ihn selbst grossen Gefahren aus.“ Die traurigsten Aussichten eröffnete ihm das Jahr 1548. Der Kaiser entsetzte den Merseburger Bischof, Herzog August von Sachsen, und nöthigte durch seinen Einfluss das Domcapitel, am 30. Mai den Weihbischof von Sidon, Michael Heldingk, zu August’s Nachfolger zu wählen. Heldingk versprach zwar in einer Conferenz mit Georg, deren Acten noch vorliegen, den prophetischen und apostolischen Schriften gemäss zu lehren und zu verfahren, machte aber, nach kurzen erbaulichen Anfängen, je länger desto offener den Papismus wieder geltend. So führte er u.A. auf seinem Sale die Feier des Abendmahls unter einer Gestalt wieder ein und stellte mehre papistische Prediger an, „welche nicht gering Unkraut und Irrthum wiederum in den gereinigten Acker des Herrn zum Theil wider die erkannte Wahrheit und zum Theil mit sehr verbitterten und hässigen Worten eingeworfen, wiewohl es Gottlob die Kraft und Macht und das Ansehn in den Herzen der Menschen bisher nie hat erlangen können.“ „Dieweil denn solche ewig verworfenen irrigen Lehren dem Hauptartikel unseres heiligen christlichen Glaubens von Vergebung der Sünde, ewiger Gerechtigkeit und Seligkeit (welche uns der Sohn Gottes durch sein Leiden, Sterben und Auferstehung ohne unser Verdienst erworben, und wir derselben Wohlthaten allein durch den Glauben an ihn, der sich auf solche unverdiente Gnade und sonst auf kein ander Verdienst, Werke oder Würdigkeit gründen kann, fähig und theilhaftig werden) öffentlich entgegen, haben wir es nicht dissimuliren können, noch sollen, sondern sind durch unser Gewissen gedrungen worden, Solchem zu widersprechen.“ (Aus der Vorrede zu den Predigten von den falschen Propheten.) Dieses geschah u.A. in seinen beiden, 1549 und 50 gehaltenen Predigten von den falschen Propheten.

Fürst Georg’s Glauben war durch und durch Herzenssache. Der Umgang mit dem Worte Gottes war ihm ein Genuss. Täglich liess er bei Tisch aus der Schrift vorlesen, worauf er dann seine Auslegung und erbauliche Anwendung folgen liess. Keuschheit, Güte und Demuth zierten sein Leben. „Wiewohl er“ – erzählt Major in der Oratio auf Georg – „kein Gemahl hatte, so lebte er doch in unbefleckter Reinigkeit seines Leibes, und sonderer Keuschheit, dass Niemand jemals des geringsten Dinges halben verdacht hat.“ „Seine Wohnung war gleich wie ein Tempel, Schul- und Rathhaus, ja welcher täglich diese hohen, grossen und nöthigen Werke geschahen: Beten, Lesen, Schreiben und fleissige Sorge und Betrachtung für die Regirung, also ist auch hochgedachter Fürst Georg seinem lieben Vaterlande in beiden Stücken nützlich und dienstlich gewesen; hat oft selbst gepredigt, hat auch viel schöner nützlicher Bücher lassen ausgehen, dadurch er viel Leute zum christlichen Glauben bekehret, auch ihrer viele im Bekenntniss angenommener reiner Lehre gestärket, hat auch seinem lieben Vaterlande mit getreuem Rath gedienet und ist also in beiden Ämtern ein gnadenreiches und seliges Werkzeug Gottes gewesen, durch welchen Gott der Herr, Beide, der Kirche und der ganzen Herrschaft, Glück, Heil und Frieden gegeben und verliehen hat. Er hat niemals einigen Menschen wissentlich wider Recht und die Billigkeit beleidiget, sondern vielmehr einem Jeden heimlich und öffentlich Gutes gethan, hat je und allewege zwischen hohen und geringen Personen helfen Friede machen und vieler Fürsten irrige, streitige Sachen vertragen und beigelegt, hat niemals zu Aufruhr Lust gehabt, darum er auch keine Praktiken zur Unruh jemals gemacht hat. Über Alles war er nicht ehrgeizig, und hat ihn weder Zorn, Neid, Hass, noch Begier der Rache dahin gedrungen, dass er das Geringste wider Recht und die Billigkeit fürgenommen und also gemeinen Frieden turbiret hätte; hat viel grosse Verfolgung und Gewalt, darin man ihm oft nach Leib und Leben gestanden, Gott zu Ehren und gemeinem Frieden zu gut mit grosser Geduld verschwiegen und heimlich getragen, hat auch alle ander Noth und Schmerzen so gar geduldiglich gelitten, dass gut zu sehen gewesen, dass er sich nur durch’s Gebet zu Gott erhielt und in Gott Ruhe und Friede hätte. Denn er als ein weiser, verständiger und gelehrter Mann sehr wohl wusste den Unterschied menschlichen und göttlichen Trostes. Darum er auch oftmals mit fröhlichem Herzen diese herrlichen Sprüche wiederholt: Sei dem Herrn gehorsam und rufe ihn an; der Herr ist nahe Allen, die ein geängstet Gewissen haben, und die eines zerschlagenen Geistes sind wird er selig machen“ (Ps. 34,19.). Schon die Mitwelt gab diesem Fürsten den Beinamen des Frommen, und Philipp Melanchthon ertheilt ihm in der Vorrede zu dessen Schriften das Lob: „Nun ist offentlich sein ganzes Leben unsträflich gewesen, und mit solchen Tugenden gezieret, die Gottes Gegenwärtigkeit in ihm Zeugniss gewesen sind.“ Selbst der Kaiser Karl V. erklärte, unter allen Fürsten des Reichs sei kein Fürst, den er mit Georg von Anhalt an Frömmigkeit vergleichen könne. Bemerkenswerth ist noch, dass sich Georg bei aller Bekenntnissfreudigkeit dennoch sehr milde und nachgiebig in Dingen zeigte, die nicht glaubensfundamental waren. Ein entschiedener Widersacher des Augsburger Interim vermochte er dennoch, das Leipziger anzunehmen.

Auch Georg’s letzte Tage bezeugten seine tiefe Frömmigkeit. Er sprach Viel von der überschwänglichen Wohlthat der Sendung Jesu, von der Hoffnung des ewigen Lebens und von der Sammlung der Gemeinde der Heiligen. Sprüche, wie „also hat Gott die Welt geleibt u.s.w.; Niemand soll meine Schafe aus meiner Hand reissen; kommt her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid“ lebten auf seinen sterbenden Lippen und in seinem herzen, bis es brach. Dieses geschah zu Dessau am 17. October 1553.

Wie bedeutend der Rang war, der dem Fürsten unter den Predigern seiner Zeit eingeräumt wurde, beweis’t u.A. der Ausspruch des Churfürsten von der Pfalz: „Wenn es ihm frei stände, römischer Kaiser, oder ein solcher Prediger wie Fürst Georg zu werden, so wolle er lieber Fürst zu Anhalt, denn römischer Kaisser sein.“ Seine Predigten sind Producte des tiefsten Nachdenkens. Dies gilt so wohl vom Stoffe, der innerlich bis zur Durchsichtigkeit verarbeitet ist, als von der Composition, die den Inhalt der Predigt in guter logischer Ordnung in seine Theile gliedert. Zuweilen wird der Inhalt schon in ein Thema zusammengefasst, häufiger aber muss man den Text als Thema ansehen, ohne ihn homilisch analysirt zu finden, und am seltensten tagen den Charakter der Abhandlung, was darin begründet sein mag, dass sie erst längere Zeit nach dem Vortrage concipirt sind. „Aus Dem ist (auch) gefolgt“ – sagt Georg in der Vorrede zu seinen zwei Predigten übe die falschen Propheten (diese beiden Vorträge füllen 70 Blätter in fol.) – „dass dies mein Schreiben also mir unter den Händen gewachsen, und aus den Predigten etwas lange Tractatus worden.“ Hieraus, wie aus den Vorreden überhaupt, geht übrigens hervor, dass die unter Georg’s Namen herausgegebenen Vorträge von ihm, und nicht von Melanchthon herrühren. Die unten zu lesende Predigt ist die kürzeste von allen.

Georg’s Werke wurden auf Befehl seines Bruders, des Fürsten Joachim von Anhalt, unter folgendem Titel herausgegeben: Des hochwürdigen, durchleuchtigen, hochgeborenen Fürsten und Herrn, Herrn Georgen, Fürsten zu Anhalt, Grafen zu Ascanien und Herrn zu Zerbst und Bernburg, Thumpropst zu Magdeburg und Meissen, Predigten und andere Schriften, darin die Summa christlicher Lehr treulich und rein gefasst und erklärt ist, zum theil zuvor ausgangen und zum Theil durch seine F. G. geschrieben, aber jetzunder allererst durch den Druck an das Licht mit allem Fleiss zusammengebracht, welche von Stück zu Stück verzeichnet sind nach der Vorrede. Mit einer Vorrede Philippi Melanth. Frankf. a. M. 1561. fol. Die in diesem Werke enthaltenen einzelnen Schriften Georg’s sind: Eine Predigt von der Menschwerdung und Geburt unseres lieben Herrn Jesu Christi. Geschehen zu Warnsdorf. 1553. Auslegung des 16. Psalms, Conserca me Domine, von dem Leiden, Sterben, Begräbniss, Niederfahrt zur Hölle und Auferstehung unseres lieben herrn Jesu Christi und anderen Artikeln unseres heiligen christlichen Glaubens: Von der christlichen Kirche, von Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben, in vier Predigten gefasset. 1552. Kurze und tröstliche Betrachtung unseres heiligen christlichen Glaubens. 1550. Von dem hochwürdigen Sacrament des Leibes und Blutes unseres Herrn Jesu Christi, vier Predigten. 1550. Zwo Predigten über das Evangelium Matth. am 7. von falschen Propheten, in zween Tractatus gefasset, in welchen die fürnehmsten Irrsale und Missbräuche, so jetzigerzeit vorhanden, insonderheit angezeigt und verlegt, auch die guten Früchte, so die Lehre des heiligen Evangelii bringt, erzählet werden. 1549 und 50. Christliche Vermahnung aus dem 126. Psalm zur Einsegnung des durchleuchtigen, hochgeborenen Fürsten, Herzogen Augusti zu Sachsen und seiner F. G. Gemahl, Frau Anna, geborne aus königlichem Stamm zu Dänemark, geschehen zu Torgau, Montags d. 8. October Anno 1548. Schrift in eine bibel. Vermahnung und Verwarnung, dass sich die Jugend für Unzucht hüte. 1553. Briefwechsel mit dem Herzoge Georg von Sachsen und dem Churfürsten Joachim von Brandenburg. Oratio von den Worten Christi: Niemand wird meine Schafe aus meiner Hand reissen. Geschehen auf dem Synodo, den 15. Octobris Anno 1550 in der Stiftskirche zu Merseburg. Deutsch durch M. Stephanum Agricola, Pfarrherrn zu Merseburg.

Quellen: Anzeigung des hochwürdigen, durchleuchtigen und hochgeborenen Fürsten und Herrn, Fürst Georgen zu Anhalt Lebens und tödtlichem, seligem Abschied von dieser Welt durch Joachimum Camerarium erstlich lateinisch beschrieben und hernach aus dem Latein gezogen und verteutschet. Vor der Ausgabe der Werke Georg’s von 1561. Camerarii narratio de reverendissimo et illustrissimo principe Georgio, principe Anhaltino Lips. 1696. S. (Zuerst vor den concionibus synodicis Georg’s, herausgeg. von Camerarius Leipz. 1555. fol.) Dasselbe unter dem Titel: Georg, der Gottselige, Fürst zu Anhalt. Eine Charakterschilderung aus dem Zeitalter der Reformation von Joachim Camerarius. Nach dem beigefügten lateinischen Texte in deutscher Sprache mit geschichtlichen Anmerkungen und Erläuterungen aus Fürst Georg’s Schriften herausgegeben von Wilhelm Schubert. Zerbst 1853. Oratio, das ist, eine Historia und Erzählung von dem hochwürdigen, durchleuchten und hochgeborenen Fürsten und Herrn, Herrn Georgen, Fürsten zu Anhalt u.s.w. von Georgio Majore Doctore Theologiä geschehen, da der ehrwürdige und hochgelehrte Herr Henricus Sthenius Munderus das öffentliche Zeugniss Doctoris theologiae zu Wittenberg empfangen Anno 1554. Hinter der Ausgabe der Werke Georg’s. Oratio über die Leiche des hochwürdigen u.s.w. durch Michael Mackerey von Magdeburg A.a.O. Von des hochlöblichen christl. Fürsten und Herrn, Herrn Georgen cet. christlichem Leben und seligem Abschied. Durch Philippum Melanth. Das. Eine Predigt über die Leiche des hochwürdigen cet. Durch Georgium Major. Das. Adami vitae eruditor. theol. p. 119. Schröckh’s Lebensbeschreibungen. Erste Sammlung. S. 63. Lindner, aus dem Leben des Fürsten Georg zu Anhalt. Zerbst 1583. Ersch und Gruber’s Encyklopädie. Th. 59. S. 284 ff.

Die bedeutendsten Kanzelredner der lutherschen Kirche des Reformationszeitalters, in Biographien und einer Auswahl ihrer Predigten dargestellt von Wilhelm Beste, Pastor an der Hauptkirche zu Wolfenbüttel und ordentlichem Mitgliede der historisch-theologischen Gesellschaft zu Leipzig Leipzig, Verlag von Gustav Mayer. 1856

Kommentare sind geschlossen.