Johann Aepinus

Johann Aepinus

Aepinus (Johann), der eigentlich Huck oder Hoch hieß, verwandelte seinen Namen auf Anrathen Melanchthons in den griechischen Aepinus. Er war, wie es scheint, von angesehenen Aeltern, in der Mark Brandenburg, im Jahre 1499 gebohren. Nachdem er im Vaterlande sich mit den Schulwissenschaften bekannt gemacht hatte, begab er sich auf die Universität Wittenberg, wo Luther und Melanchthon seine vorzüglichsten Lehrer waren. Nach geendigten akademischen Studien kehrte er in die Mark Brandenburg zurück, ward aber, weil er die evangelische Lehre ausbreiten wollte, in das Gefängniß gesetzt und verjagt. Darauf erhielt er das Rectorat an der Schule zu Stralsund, hielt mit P. Suavenius, H. Bonnus, G. Norman, Ant. Gerson und andern damaligen Märkischen und Pommerschen Zeugen der Wahrheit gute Freundschaft, wohnte 1529 dem Colloquio, mit dem Schwärmer Melchio Hofmann bey, und wurde in demselben Jahre Pastor an der Petrikirche zu Hamburg. Hier hatte Joh. Bugenhagen 1528 die Reformation verrichtet, Aepin setzte das angefangene gute Werk fort, bekam aber gleich mit den Domherren viel zu schaffen.

Im Jahre 1530 ward er Superintendent, Lector Theologiae primarius zu Hamburg und bald darauf zu Wittenberg Theologiae Doctor. Im Jahre 1534 gieng er mit dem Burgermeister Westede und dem Rathsherrn Heinrich Hesterberg, im Namen des Raths als Gesandter zum König Heinrich dem Achten in England, und kam im folgenden Jahre wieder zurück. Er mißbilligte die Ehescheidung dieses Königs, suchte ihn aber zu einer Kirchenverbesserung zu bewegen.

1535 ertheilte er auf dem Hamburger Convente, dem die Hansestädte, Lübeck, Bremen, Hamburg, Rostock, Stralsund und Lüneburg wider die Anabaptisten und Sacramentirer anstellten, gute Rathschläge, durch deren Befolgung nachher auch alles in Hamburg ruhig blieb.

1537 zog er auf den Convent nach Schmalkalden, unterschrieb die daselbst gemachten Artikel categorice, und stellte mit Zuziehung seiner Compastoren ein Bedenken aus, ob es thunlich sey, auf dem vom Pabste angestellten Colloquio zu erscheinen.

1539 war er auf dem Convent zu Frankfurt und wurde zu dem nach Nürnberg angesetzten, aber nicht vor sich gegangenen Religionsgespräch ernannt; 1547 visitirte er die Universität Rostock, schrieb 1548 wider das Interim und führte im Namen des Ministerii Tripolitani die Feder; er verwies den Melanchthon seine zu große Nachgiebigkeit in diesem Adiaphoristischen Streit, munterte den Flacius und andere auf, sich zu widersetzen, und gab in der Vorrede seines Buches, vom Fegfeuer, König Eduard dem Sechsten gute Rathschläge zur Kirchen-Reformation.

1550 bekam er über die Höllenfahrt Christi mit seinen Collegen Gartz, Epping und Hackrath Streit; mitten unter diesen Unruhen setzte er ein Supplement zur Bugenhagischen Kirchenordnung auf, reisete nach Dänemark, den König von der Annahme des Interims abzurathen, legte 1551 die im Ministerio zu Lübeck entstandenen Majoristischen Streitigkeiten bey, schrieb 1552 im Namen des Ministerii wider Osiander, und starb am 13. May 1553.

Erneuertes Andenken der Männer die für und gegen die Reformation Lutheri gearbeitet haben. Von Heinrich Wilhelm Rotermund, Dompastor. Erster Band. Bremen, 1818 In Wilhelm Kaiser’s Comptoir für Literatur und Kunst.

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