Stephan Poutliot

Stephan Poutliot

Disem ist anno 1546 nach einem eben langwirigen gefengnus zu Pariß erstlich die zung außgeschnitten / darnach ihm ein last ketzerischer / das ist / evangelischer bücher / auf die schultern gebunden / mit welchen er ist verbrennet worden. Als er auß dem finstern kercker an das liecht kam: sagt er / Ach lieber Herr Gott / steckt die welt noch in der finsternus / wil sie die götliche warheit noch nicht sehen und erkennen! Dann es meynte der fromme mann / dieweil er im Finstern gesessen / und die liebe sonn so lange zeit nicht gesehen hatte / daß under deß das liecht des heiligen Evangelii den leuten solte heller aufgangen / und besser bekant seyn worden.

Märtyrbuch:; Denckwürdige Reden und Thaten viler H. Märtyrer, Welche nach der Aposteln biß auf unsere Zeiten / hin
und wider in Teutschland / Franckreich / Engelland / Schotland / Niderlanden / Italien / Hispanien / Portugall / ec umb der
götlichen warheit willen jämmerlich verfolget / gemartert und endlich auf allerley weise entleibet seind worden.

Alles auß den Frantzösischen Geschichten der Märtyrer trewlich außgezogen.

Gedruckt zu Herborn / 1698

 

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