Raimund Palmarius

Raimund Palmarius

Zu der Zeit da Kaiser Friedrich Barbarossa mit Heeresmacht zum ersten Male über die Alpen zog, wohnte in Piacenza, einer mächtigen Stadt im Lande Italien, ein stiller Handwerksmann, der war weder reich noch arm, sondern wessen er bedurfte das hatte er; denn er nährte sich redlich von seiner Hände Werk, betete und arbeitete und kümmerte sich nicht um der Welt Händel. Dieser Mann hatte einen Sohn Namens Raimund, den wollte er auch zu einem schlichten Handwerker erziehen. Darum gab er ihn, als er soweit herangewachsen war, zu einem andern Meister in die Lehre. Der Knabe aber hatte einen eigenen Sinn und war nicht wie die Gespielen seines Alters. Er war still und in sich gekehrt, und trachtete nicht nach dem was die Jugend liebt und wünscht, sondern sehnte sich nach etwas Anderem, das er noch nicht kannte, das schien weit ab von ihm zu liegen in ungewisser Ferne. Da er nun älter wurde, erfüllte ihn mehr und mehr eine Unruhe, den Weg zu finden, der zum Leben und zur Wahrheit führt; darum hätte er am liebsten den geistlichen Stand gewählt, doch aber gehorchte er seinem Vater und blieb bei dem Handwerke.

 

Da geschah es nach einiger Zeit, daß sein Vater starb. Raimund fühlte, er werde bei einem Handwerke nimmer den Frieden finden, denn es brannte auf seinem Herzen wie ein heißer Durst, und er lechzte danach ihn zu löschen aus dem Quell jenes lebendigen Wassers, von dem gesagt ist, wer von diesem Wasser trinkt, den wird ewiglich nicht durften. Und obwohl er nur arm war und unwissend in Kenntnissen und ohne Erfahrung der Welt, so sollte doch an ihm offenbar werden, daß der Geist weht wo er will, und man hört ein Brausen wohl, und weiß nicht von wannen er kommt noch wohin er fährt. Ein Zeuge sollte er werden dafür, daß hoch und niedrig, alt und jung, geistlich und weltlich gleich sind vor Gott, der sich eine Werkzeuge erweckt aus denen die geringe sind und niedrig vor der Welt. Raimund aber entschloß sich in der Unruhe seines Herzens, wie damals viele Tausende thaten, nach Jerusalem zu wallfahren, und am Grabe des Herrn zu beten, ob er an heiliger Stätte erleuchtet würde. Da nun seine Mutter seine Gedanken vernahm, wollte sie nicht von ihm lassen, sondern schickte sich an mit ihm in das gelobte Land zu gehen. Der Bischof der Stadt aber bezeichnete beide mit dem rohen Kreuze, wie es üblich war, und gab ihnen einen Segen. Sie aber nahmen Abschied von allen ihren Freunden unter vielen heißen Thränen, und fuhren über das Meer. In Jerusalem durchwanderten sie die Stadt, und beteten voll Inbrunst am Grabe, und zogen nach Bethlehem und Bethanien und in das Thal Josaphat, und sahen alle heilige Orte, wo einst der Herr wandelte und lehrte, litt und gestorben war. Da sie nun mit Augen. Alles geschaut hatten, wonach ihr Herz sich sehnte, bestiegen sie wieder das Schiff um heim zu kehren. Auf dem offenen Meere aber kam ein schweres Ungewitter über sie, und Sturm und Regen brachen herein, so daß die Schiffer verzweifelten, und meinten sie würden die Heimath nimmer wiedersehen. Dazu war Raimund nach allem Ungemach, was er auf der Reise erfahren hatte, in ein hitziges Fieber verfallen, und ohne Besinnung lag er auf dem Verdecke des Schiffes und war dem Tode nah. Die Schiffer waren voll. Aberglauben und meinten, wenn Jemand stürbe auf dem Schiffe, so müsse es untergehen in den Fluthen mit allen die darauf seien. Darum beschlossen sie Raimund in das Meer zu werfen, bevor er stürbe, um sich und ihr Schiff zu retten. Als seine Mutter das hörte, warf sie sich über ihn und rief das Mitleid der Schiffer an, daß sie ihr den einzigen Sohn, ihren Trost und Stütze nicht rauben möchten; solle er sterben, so begehre auch sie nicht länger zu leben. Ihr Flehen rührte die Schiffer und sie beteten mit ihr, Gott möge ihren Sohn am Leben erhalten. Also geschah es. Raimund begann sich zu erholen, sie wurden gerettet, und alle betraten wohlbehalten die Küste des Vaterlandes. Raimunds Mutter aber sah die Heimath nicht wieder, sie erkrankte auf der Reise vor Erschöpfung und starb bald darauf Da er nun allein stand in der Welt, kehrte er voll tiefer Trauer nach Piacenza zurück. Als er aber einging in die Thore der Stadt, trug er, wie es Sitte war, einen grünen Zweig in der Hand, zum Zeichen, daß er komme aus dem Lande des Friedens. Darum nannte man ihn Palmarius, das ist Palmenträger. Und ein Bote des Friedens sollte er seiner Vaterstadt werden. Darauf nahm er ein Weib, und arbeitete wieder als ein Handwerker im Schweiße seines Angesichts, und mühte sich von früh bis spät für die Seinen und ihren Unterhalt. Wiederum aber wurde er inne, der Mensch lebe nicht vom Brode allein, darum wandte er sich dem Leben im Geiste und der Betrachtung zu. Und es trieb ihn die heiligen Schriften kennen zu lernen als einen Quell der Erkenntniß. Weil er aber als ein schlichter Mann jener Zeit nicht lesen konnte, so suchte er Abends in der Feierstunde und an Festtagen, wenn das Handwerkszeug ruhte, fromme und gelehrte Männer auf, und unterredete sich mit ihnen, und hing an ihren Lippen, und ruhte nicht eher, bis er kundig geworden war alles dessen, was gehört zum Reiche Gottes. Darauf fing er an zu reden zu seinen Handwerksgenossen, und mahnte sie ab von eitlem Geschwätz und leichtfertigen Spielen, und in einer Werkstätte verkündete er ihnen Sonntags die großen Thaten Gottes. Die ganze Stadt aber staunte über den Geist der aus ihm redete, und viele eilten herbei die Worte des gewaltigen Predigers zu hören. Manche sagten, er möge eine Stimme erheben laut auf öffentlichem Markte. Er aber antwortete: „Mit Nichten! Solches ist die Sache der Priester und Gelehrten. Ich bin ein schlichter Mann und kann leicht irren; ich will kein Aergerniß geben.“ Also blieb er in seinem Hause und bei seinen Genossen, und wurde bald der Angesehenste unter ihnen. Darauf kam ein großes Leid über ihn, denn nach einander starben ihm fünf Söhne; und als ein Weib den sechsten gebar, folgte sie ihnen selbst nach. Also war er wieder allein mit seiner Unruhe. Da faßte er voll tiefer Traurigkeit einen neuen Entschluß, daß er endlich den vollen Frieden finden möchte. Er trat zu seinen Verwandten, übergab ihrer Pflege seinen Sohn und all‘ sein Hab und Gut und sprach: „Ich habe mich von der Welt geschieden und ziehe hinaus nach Rom, und will aufsuchen alle Oerter der Heiligen. Ich werde nicht mehr zurückkehren, und ihr werdet mich nimmer wiedersehen. Denn alle noch übrige Zeit meines Lebens will ich wandern ohne Rast über Land und Meer, bis ich eingehe in den Hafen der Ruhe, da wo der Herr bestattet ist.“ Ueber die Rede erschraken eine Verwandten sehr, und drangen in ihn mit Bitten, er möge abstehen von solchem ruhelosen Leben, und im Lande bleiben und sich ferner redlich nähren. Er aber achtete nicht auf ihre Worte, sondern schüttelte den Staub von seinen Füßen und verließ Piacenza. Als ein Bettler wanderte er nun nach St. Jacob von Compostela in Spanien, und nach der Reihe besuchte er alle heilige Stellen in der Provence, zu Marseille und Vienne und Clairvaux, und überall betete er inbrünstig. Also kam er wieder zurück nach Italien und zog darauf nach Rom zur Schwelle des heiligen Petrus, und gedachte dann abermals über das Meer zu gehen nach Jerusalem. Aber Gott hatte einem Suchen endlich ein Ziel gesetzt. Denn eines Tages, als er ermattet eingeschlafen war in einem Säulengange bei der Peterskirche, hatte er einen wunderbaren Traum. Es däuchte ihm, daß der Herr ihm erscheine im Pilgergewande, in jener Gestalt, wie er einst gegangen war mit den beiden Jüngern nach Emmaus, und in der Tiefe seines Herzens vernahm er die Worte: „Raimund, mein Knecht, du sollst die Welt fernerhin nicht also durchziehen; dein Laufen und Rennen ist nichts nütze. Meinest du ich werde am Tage des Gerichts sehen auf Pilgerfahrten und Uebung guter Werke solcher Art, wenn ich sprechen werde: Gehet ein, ihr Gesegneten meines Vaters, zu der Herrlichkeit die euch bereitet ist? Du aber folge mir nach, verleugne dich selbst und nimm mein Kreuz auf dich. Den Mühseligen und Beladenen, den Armen und Kranken, den Wittwen und Waisen sollst du meinen Trost bringen, sie rufen meine Hülfe an, aber Niemand achtet ihrer. Stehe auf und ziehe heim; verschwende nicht länger Zeit und Mühe hier in Rom. Ich werde mit dir sein, und der Geist wird deinen Worten Kraft verleihen.“ Das Gesicht verschwand, da erwachte Raimund und rief: „Herr dein Wille geschehe!“ und verließ Rom und kehrte zurück nach Piacenza. Also zog er im Büßergewande, mit einem hölzernen Kreuze, ein in seine Vaterstadt; und alles Volk eilte aus den Häusern auf die Gassen, da es hörte, der fromme Raimund sei in solcher Gestalt wiedergekehrt. Er aber achtete ihrer Reden und Blicke nicht, sondern schritt hin durch die Menge bis er zum Palaste des Bischofs kam. Diesem stellte er sich dar und sagte: „Der Ruf des Herrn ist an mich ergangen, daß ich in dieser Stadt erfülle die Werke seiner Liebe. Dazu gieb mir deinen Segen und versage mir deine Hülfe nicht.“ Da erkannte der Bischof, daß der Geist ihn treibe, und er that wie er verlangte. Nun begann Raimund zu wirken unter ihnen mächtig und wunderbar wie der Propheten und Heiligen einer, und Gott war mit ihm sichtbar in allen seinen Unternehmungen. Neben der Kirche der zwölf Apostel gab man ihm ein Haus, darin sammelte er eine Anzahl Genossen, die sein Leben mit ihm theilen wollten und thun wie er that. Nun durchzog er die Stadt, und stieg hinab an die untersten Oerter der Erde, wo die Kranken und Elenden wohnen allein und fern von aller Hülfe, und er suchte die auf, welche ohne ein Wort zu sprechen ihre Armuth trugen, weil sie sich ihrer schämten. Als er ihr Leiden erforscht hatte, ging er durch die Straßen und rief: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen!“ Da gaben alle, die zu geben vermochten, mit vollen Händen; er aber ging heim und theilte was er erhalten hatte zu gleichen Theilen unter die Armen und Bedürftigen. Als nun auch die Bettler der Straße kamen und forderten ihren Antheil, sagte er ihnen: „Ihr seid nicht krank und schwach und habt zu erröthen verlernt. Gehet hin, und thut wie ihr bisher gethan habt.“ Sein Haus aber wurde eine Freistätte für alle Armen und Verlassenen, die kein Obdach hatten, für die Fremden und Reisenden, und es erwuchs zu einem großen Hospital für die Kranken und Elenden, denen es daheim an Pflege, Wartung und Heilmitteln gebrach. Raimund selbst und seine Freunde sorgten Tag und Nacht, und so wurde er ein Arzt des Leibes und der Seele. Dann ging er hinaus die ausgesetzten Kinder am Wege aufzusuchen. Und häufig geschah es, daß er nach Hause zurückkehrte, und trug auf jedem Arme ein Kind, und er dankte Gott, daß er sie ihm gegeben habe an Stelle seiner gestorbenen Kinder, und er erzog sie neben einem eigenen Sohne. Auch Frauen, die alt und schwach waren, sammelte er in seinem Hause; und auch solche, die auf den Straßen in Unehren lebten und waren ausgestoßen von aller Welt. Wenn sie auf eine Stimme hörten, so stellte er sie unter die Aufsicht ehrwürdiger Frauen, und sie begannen wieder zu leben von ihrer Hände Arbeit, und dankten ihm, daß er sie gerettet habe aus dem Schlamme der Sünde. Zu den Verbrechern, die in den Gefängnissen saßen um irgend einer Schuld willen, stieg er hinab, denn er meinte, nicht die Gesunden, sondern die Kranken bedürfen des Arztes. Er tröstete die, welche warteten, daß sie zum Tode geführt würden, und erfüllte ihre angstvolle Seele mit Worten des ewigen Lebens. Anderen aber redete er zu, daß sie ablassen sollten von ihrem verbrecherischen Wandel, und verbürgte sich für sie vor dem Richter, und nahm sie mit sich in eine Freistätte, damit sie nicht von Neuem in Versuchung fielen, und leitete sie an zu einem arbeitsamen und gottesfürchtigen Leben. Also wurde seine Frömmigkeit und Mildherzigkeit gepriesen weit und breit, und er galt für einen Vater aller Bedrängten und Unglücklichen. War Einer in geistiger oder leiblicher Noth, der kam und klagte es ihm, denn er wußte, der fromme Raimund werde Hülfe schaffen. Er stiftete Frieden in den Häusern wo Zwietracht war, und führte die Sache der Witwen und Waisen, wenn sie bedrängt wurden, vor dem Richter, und trat hin vor die Mächtigen und Gewaltigen und mahnte sie ab mit freimüthiger Rede, daß sie die Schwachen und Ohnmächtigen nicht drängen und drücken sollten. Unter den Bürgern der Stadt aber war mancherlei Unsitte und Zwiespalt und Blutvergießen. Denn oft zogen die Männer und Jünglinge mit glänzenden Waffen und zu Roß hinaus auf das Feld zum Kampfspiele, um ihre Kräfte und ihre Gewandtheit in der Führung der Waffen gegen einander zu erproben. Dann wurde nicht selten aus dem Scherze Ernst, und Blut floß, und Manchem kostete solches Spiel das Leben. Da sagte Raimund zu ihnen: „Lasset ab von diesem gefährlichen Spiele! Was stachelt ihr euern Zorn nach Art der reißenden Thiere und schadet euch an Leib und Gliedern? Nicht um thörichter Eitelkeit willen, sondern für das Wohl des Vaterlandes und zur Ehre Gottes sollt ihr euer Leben lassen.“ Und er ruhete nicht eher als bis sie abstanden von ihrem Beginnen. Aber auch im Ernste trafen die Bürger zusammen mit den Waffen in der Hand. Denn in der Stadt waren zwei Parteien, das waren die Guelfen und Ghibellinen, die einen hingen dem Papste, die andern dem Kaiser an. Sie hassten sich tödtlich und legten die Hand an das Schwerdt wo sie sich sahen, und schonten ihres Blutes und Lebens nicht. Wenn nun der Kampf wüthete auf den Plätzen und in den Straßen, dann ging Raimund zum Bischof und sagte: „Siehst du nicht, wie deine Heerde zerstreut ist und geschlagen? Gehe hin und zeige dich als einen guten Hirten, sammle sie wieder in die Hürden!“ Da aber der Bischof muthlos wurde und nicht wagte etwas zu thun, da ergriff Raimund ein Kreuz, damit trat er unerschrocken hinaus unter die erhobenen Schwerdter und Lanzen der Kämpfenden und rief: „Wehe dir, aufrührerisches Piacenza, daß du den Herrn nicht fürchtet! Schon bereitet er ein Feuer, daß es dich verzehre; und in deinem Streite wirst du deine Güter verlieren jammt deinem Leben!“ Doch nicht bloß in der Stadt, sondern auch draußen war Krieg und Zwietracht. Denn die Bürger von Piacenza waren verfeindet mit ihren Nachbaren, und mit keinen mehr als mit denen von Cremona. Beide zogen oft gegen einander aus, und konnten ihren Haß nicht löschen in allem Blute das vergossen wurde. Da nun wieder ihre Heere zusammen treffen wollten, eilte Raimund hinaus zu ihnen, um Frieden zu stiften, und ging von dem einen Heerhaufen zu dem andern und rief: „Höret mich an, ihr Piacentiner, und auch ihr Cremoneser höret mich! Was eilet ihr in den Kampf um vergänglicher Güter willen, und um eurem Nächsten den Tod zu bereiten? Gedenket, daß ihr Christen seid! und vergebet euren Schuldigern, damit euch eure Schuld vergeben werde. Blicket auf zu dem, der für euch gestorben ist, damit ihr nicht sterben möchtet! Nehmet ihn zum Mittler an!“ Die Cremoneser aber wollten nicht auf ihn hören, sondern trieben ihn von sich mit Schlägen. Da er aber dennoch wiederkehrte, riefen sie: „Was will dieser lästige Mensch?“ und griffen ihn und warfen ihn in ein Gefängniß zu Cremona. Aber auch so verzagte er nicht, sondern er trat an das Kerkerfenster und rief hinaus mit lauter Stimme: „Herr, vergieb den Cremonesern, sie wissen nicht was ihnen nütze ist. Ich aber bin bereit in den Tod zu gehen, wenn du den Sinn dieses hadernden Volkes zum Frieden wendet.“ Als das die Cremoneser hörten, entließen sie ihn aus seinen Banden, und er kehrte heim zu den Seinen. So wirkte und lebte Raimund in seiner Vaterstadt zwei und zwanzig Jahre lang. Endlich aber erkrankte er und er fühlte, daß ein Ende nahe bevorstehe. Da sammelte er eine Genossen und Freunde und alle seine Armen noch einmal um sich und sagte zu ihnen: „Ich gehe jetzt ein zu den Stätten des ewigen Friedens, nicht um meines Verdienstes willen, sondern durch die unendliche Gnade Jesu Christi. Haltet auch ihr ferner fest, wie ich gethan habe, an dem Glauben, welcher die Welt überwindet. Lasset nicht nach, ihr Genossen meiner Arbeit, sondern fahret fort wie bisher zu wirken für die Armen und Verlassenen. Lasset euch nicht bange sein, ob ich gleich von euch scheide, denn er wird mit euch sein, der gesagt hat: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Darauf entschlief er in Frieden am 27. Juli des Jahres 1200. Er hatte einen guten Kampf gekämpft sein Leben lang, und war gewesen ein getreuer Knecht seines Herrn, von dem gesagt ist: „du bist getreu gewesen über Weniges, ich will dich über Viel setzen, gehe ein zu deines Herrn Freude.“ In der ganzen Stadt Piacenza aber erhob sich unter den Armen ein lautes Weinen und Klagen, denn sie alle hatten ihren wahren Vater in ihm verloren. Die Leiche aber setzten sie bei in dem Hause, wo er dem Geiste des Herrn eine Wohnung bereitet hatte, und über einem Grabe erhob sich als eine Zufluchtsstätte aller Verlassenen und Elenden und als ein Denkmal seiner Liebe das Hospital des frommen Raimund Palmarius.

R. Köpke in Berlin

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