Johann Wessel

Johann Wessel

Er wurde 1419 zu Groningen geboren, lehrte als Doktor der Theologie zu Köln, Löwen, Heidelberg, Paris, und starb 1489. Er hatte zwei Beinamen, „Licht der Welt“ (lux mundi), weil man staunte über die verborgenen Wissensschätze, die er an’s Tageslicht förderte, und „Meister des Widerspruchs“ (magister contradictionum), weil er so trefflich es verstand, durch seine Dialektik die alten Scholastiker aufs Eis zu führen, bis sie ein Bein brachen. Luther, der von ihm seine Rechtfertigungslehre entnahm, gab auch Wessel’s Schriften heraus. Historische…

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Geiler von Kaisersberg

Geiler von Kaisersberg

Johann Geiler, geboren zu Schaffhausen 1445, zu Kaisersberg im Elsass erzogen, war gründlich in aller Theologie bewandert, worin er auch den Doktorhut errang, und predigte in den Städten am Oberrhein, zuletzt als Domprediger in Strassburg, wo man ihm zu Ehren eine Kanzel erbaute. Er predigte vor Arm und Reich und vor gedrängten Zuhörerschaaren gegen die Verderbniss und Thorheiten seiner Zeit. Er drang auf innerliches Erfassen des Glaubens, der sich in gesundem sittlichem Wesen, und nicht bloss in äusserer Werkheiligkeit kund…

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Huldrych Zwingli

Huldrych Zwingli

Ulrich Zwingli, geboren 1484 zu Wildenhausen im Toggenburger Schweizerländehen, wo sein Vater Amtmann war, ging von humanistischen Studien aus, durch welche er sich auf den Hochschulen zu Bern Wien und Basel eine hohe Bildung erwarb, und griff zur Bibel, als der Drang sich in ihm regte, in der Welt Etwas zu schaffen, das besser sei, als die verderbte Gegenwart. Er war ein praktischer Mensch mit klaren nüchternen Blicken, dessen Sinne auf das Wirkliche gingen. Vom innerlichen Leben hielt er nicht…

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Wilhelm von Oranien

Wilhelm von Oranien

Dieser Gründer der holländischen Unabhängigkeit war der Sohn des Grafen Wilhelm des Aelteren von Nassau und auf dem Schlosse Dillenburg geboren. Mit den Niederlanden wurde er verknüpft, als er das Fürstenthum Oranien erbte. Dort erhielt er durch die Gunst Karl V., dessen Page er gewesen, schon im zweiundzwanzigsten Jahre den Oberbefehl: denn früh war er männlich gereift und geschmückt mit allen kriegerischen Tugenden. Des Kaisers Nachfolger, Philipp IL, aber traute dem Schweigsamen nicht, und hielt ihn für den heimlichen Anstifter…

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John Wiclif

John Wiclif

Johann Wicleff, geb. 1324 im Dorfe Wicliffe in der Grafschaft York, ein geistvoller Theolog, trat in Oxford durch Lehre und Predigt gegen die Bettelmönche und gegen den Lehnseid auf, welchen der Pabst vom englischen Könige forderte. Verfolgt von den Mönchen, seiner Präsesstelle in Canterbury durch eine päbstliche Bulle entsetzt, kehrte er sich unter dem Schutze der Hofgunst immer feindseliger gegen den Primat des Pabstes, gegen die Mönchsorden, den Cölibat, die weltliche Gerichtsbarkeit der Kirche überhaupt. Auch die Abendmahlslehre und Ohrenbeichte…

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Johann Reuchlin

Johann Reuchlin

Johann Reuchlin war zu Pforzheim in Schwaben 1455 geboren und der Sohn eines Dienstmanns der Dominikaner. Seine schöne Stimme verschaffte ihm die ersten Gönner, deren Erwartungen er schon auf der Schule zu Schlettstadt erfüllte. Hier empfing der Jüngling jene tiefere Anregung, gleichwie Erasmus einst auf der gleichberühmten Schule zu Deventer. Reuchlin studirte die Rechte und Philosophie in Paris und Orleans, und wurde, eben 24 Jahre alt, Professor in Tübingen. Der Graf von Württemberg schenkte dem tiefrechtlichen und geistvollen Manne sein…

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Johann van Oldenbarneveldt

Johann van Oldenbarneveldt

Oldenbarneveldt. Johann van Oldenbarneveldt, geboren 1559, zeichnete sich frühzeitig aus durch Gewandtheit in Rechts- und Staatsgeschäften, und das Vertrauen seiner Landsleute bestellte ihn, als er siebenunddreissig Jahre alt, zum Generalanwalt (Grosspensionär) der verbundenen Freistaaten. Auch bei der Königin Elisabeth und Heinrich IV. stand er im höchsten Ansehen. Dieser Staatsmann war es, welcher für die holländischen Provinzen, während sie um ihre Freiheit kriegten, eine republikanische Verfassung ausbildete, welche nur für das Kriegswesen eine monarchische Spitze .duldete. Des grossen Oraniers stolzer Sohn,…

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Nikolaus von Cusa

Nikolaus von Cusa

Nikolaus Krebs wurde 1401 zu Kues an der Mosel geboren, daher Cusanus oder Nikolaus von Cusa genannt. Sein Vater war ein armer Schiffer; Graf Manderscheidt liess ihn in Deutschland und Italien studiren. Der junge Nikolaus begann mit der Rechtswissenschaft, raffte aber zugleich Alles zusammen, was die Zeit ihm an Kenntnissen im Lateinischen, Griechischen und Hebräischen bieten konnte, endlich ging sein nimmer satter Geist zur Theologie über. Wo er auftrat, beugte man sich vor seinem durchdringenden Verstände, vor seiner Wahrhaftigkeit, und…

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Mortiz von Sachsen

Mortiz von Sachsen

Moritz von Sachsen. Das sächsische Fürstenhaus theilte sich im fünfzehnten Jahrhundert in zwei Linien, die eine besass das Kurfürstenthum, die andere Meissen und den Herzogstitel. Aus der letztern wurde 1521 zu Freiberg Moritz geboren, der von seinem frommen Vater im evangelischen Glauben erzogen wurde und ihm im zwanzigsten Jahre in der Regierung folgte. In Brust und Hirne fühlte er jegliche Kraft zu grossen Thaten, und er, der kleine Fürst, hasste und verachtete seinen bevorzugten Vetter, Johann Friedrich, den dicken Kurfürsten,…

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Philipp Melanchthon

Philipp Melanchthon

Es hat wenige Menschen gegeben, welche grosse Werke so glänzend und erfolgreich begonnen, so thätig und mühevoll ihr Leben lang daran gearbeitet, und unter so vieler Misskennung und innern Leiden geendet haben, als Philipp Schwarzerd. Er war der Sohn bürgerlich wohlhabender Eltern, geboren 1497 zu Bretten. Aecht religiöse Erziehung und das leuchtende Vorbild seines Oheims Reuchlin waren die mächtigsten Eindrücke seiner frühesten Jugend. Da sein Vater, ein fürstlicher Waffenschmied, frühzeitig starb, fiel Melanchthons Erziehung an die Mutter, eine warmkatholische Frau,…

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