Johann Reuchlin

Johann Reuchlin

Johann Reuchlin war zu Pforzheim in Schwaben 1455 geboren und der Sohn eines Dienstmanns der Dominikaner. Seine schöne Stimme verschaffte ihm die ersten Gönner, deren Erwartungen er schon auf der Schule zu Schlettstadt erfüllte. Hier empfing der Jüngling jene tiefere Anregung, gleichwie Erasmus einst auf der gleichberühmten Schule zu Deventer. Reuchlin studirte die Rechte und Philosophie in Paris und Orleans, und wurde, eben 24 Jahre alt, Professor in Tübingen. Der Graf von Württemberg schenkte dem tiefrechtlichen und geistvollen Manne sein…

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Johann van Oldenbarneveldt

Johann van Oldenbarneveldt

Oldenbarneveldt. Johann van Oldenbarneveldt, geboren 1559, zeichnete sich frühzeitig aus durch Gewandtheit in Rechts- und Staatsgeschäften, und das Vertrauen seiner Landsleute bestellte ihn, als er siebenunddreissig Jahre alt, zum Generalanwalt (Grosspensionär) der verbundenen Freistaaten. Auch bei der Königin Elisabeth und Heinrich IV. stand er im höchsten Ansehen. Dieser Staatsmann war es, welcher für die holländischen Provinzen, während sie um ihre Freiheit kriegten, eine republikanische Verfassung ausbildete, welche nur für das Kriegswesen eine monarchische Spitze .duldete. Des grossen Oraniers stolzer Sohn,…

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Nikolaus von Cusa

Nikolaus von Cusa

Nikolaus Krebs wurde 1401 zu Kues an der Mosel geboren, daher Cusanus oder Nikolaus von Cusa genannt. Sein Vater war ein armer Schiffer; Graf Manderscheidt liess ihn in Deutschland und Italien studiren. Der junge Nikolaus begann mit der Rechtswissenschaft, raffte aber zugleich Alles zusammen, was die Zeit ihm an Kenntnissen im Lateinischen, Griechischen und Hebräischen bieten konnte, endlich ging sein nimmer satter Geist zur Theologie über. Wo er auftrat, beugte man sich vor seinem durchdringenden Verstände, vor seiner Wahrhaftigkeit, und…

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Mortiz von Sachsen

Mortiz von Sachsen

Moritz von Sachsen. Das sächsische Fürstenhaus theilte sich im fünfzehnten Jahrhundert in zwei Linien, die eine besass das Kurfürstenthum, die andere Meissen und den Herzogstitel. Aus der letztern wurde 1521 zu Freiberg Moritz geboren, der von seinem frommen Vater im evangelischen Glauben erzogen wurde und ihm im zwanzigsten Jahre in der Regierung folgte. In Brust und Hirne fühlte er jegliche Kraft zu grossen Thaten, und er, der kleine Fürst, hasste und verachtete seinen bevorzugten Vetter, Johann Friedrich, den dicken Kurfürsten,…

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Philipp Melanchthon

Philipp Melanchthon

Es hat wenige Menschen gegeben, welche grosse Werke so glänzend und erfolgreich begonnen, so thätig und mühevoll ihr Leben lang daran gearbeitet, und unter so vieler Misskennung und innern Leiden geendet haben, als Philipp Schwarzerd. Er war der Sohn bürgerlich wohlhabender Eltern, geboren 1497 zu Bretten. Aecht religiöse Erziehung und das leuchtende Vorbild seines Oheims Reuchlin waren die mächtigsten Eindrücke seiner frühesten Jugend. Da sein Vater, ein fürstlicher Waffenschmied, frühzeitig starb, fiel Melanchthons Erziehung an die Mutter, eine warmkatholische Frau,…

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Ulrich Zasius

Ulrich Zasius

Er wurde 1521 geboren und war der Sohn des berühmten Juristen, der in der Geschichte der Einführung des römischen Rechts in Deutschland eine so bedeutende Stelle einnimmt. Auch er studirte anfangs die Rechte und erwarb sich darin die Würde eines Doktors, welche damals so viel galt, als wenn einer aus ritterbürtigem Geschlecht sich den wirklichen Ritterschlag verdiente. Der junge Zasius aber wollte sich der diplomatischen Laufbahn widmen. Diese wurde ihm durch das hohe Ansehen erleichtert, in welchem sein Vater bei…

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Martin Luther

Martin Luther

Martin Luther, dem an Höhe und Energie des Geistes und Charakters keiner seiner Zeitgenossen gleich kam, war zu Eisleben 1483 geboren und in bürgerlicher Zucht und Thüringer Waldluft aufgewachsen. Tiefe deutsche Gemüthskraft, sittlicher Ernst und Lust zum energischen Handeln waren die hervorstechendsten Züge dieser mächtigen Natur. Seine erste Bildung erhielt Luther in den Schulen zu Magdeburg und Eisenach, wo er sich grösstentheils selbst durchhelfen musste, denn sein Vater war ein armer Bergmann. Von der Eisenacher Schule ging er nach Erfurt,…

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Justus Jonas

Justus Jonas

Justus Jonas, geboren 1493 zu Nordhausen, studirte in Erfurt anfangs die Rechte und ging dann zur Theologie über. Die Probstei an der Allerheiligenkirche zu Wittenberg wurde Mutianus Rufus in Gotha, dem Haupt und Vater der jungen Humanisten in dortiger Gegend, angeboten. Er aber empfahl seinen Liebling, den jungen, für alles Schöne begeisterten Jonas. Dieser erhielt die reiche Pfründe und war nun ein angesehener Mann in Wittenberg. Bald wurde er auch Professor der Theologie. Es war die Zeit, als Luther reformatorisch…

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Johann von Sachsen (Johann der Beständige.)

Johann von Sachsen (Johann der Beständige.)

Er war der Bruder und Nachfolger des grossen Kurfürsten Friedrich des Weisen, der wohl der tüchtigste und hochherzigste Fürst seiner Zeit. Dieser hatte in Wittenberg die freisinnigsten Humanisten versammelt und die Universität zum Heerde gemacht, von welchem die Reformation ausging. Friedrich der Weise bekannte sich niemals selbst zu Luther’s Lehre, die Sache schien ihm noch nicht lebenskräftig: aber er vertheidigte entschieden und ausdauernd das Recht der freien Forschung. Sein Nachfolger, Johann der Beständige, geboren 1467, der von 1525 bis 1532…

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Johann Friedrich von Sachsen

Johann Friedrich von Sachsen

Der Sohn des Vorigen((Johann von Sachsen)), geboren 1503, folgte in der Regierung 1532 und wurde 1534 in Wien belehnt. Er war ein ehrenfester, frommer, etwas beschränkter Mann. In den Grundsätzen, die ihm sein Vater eingeprägt hatte, blieb er unbewegt, Standhaftigkeit im evangelischen Glauben war bei ihm Herzens- und Ehrensache, in der Politik folgte er schwerfällig dem Rath seiner Theologen und fürstlichen Verbündeten. Zuerst wirkte er für Ausdehnung des protestantischen Bundes. Luther hatte die schmalkaldischen Glaubensartikel als die unumstössliche Bedingung aufgesetzt,…

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