Thomas, der heilige Apostel Christi

Thomas, der heilige Apostel Christi

zu Calamina von den wilden (Menschen) mit glühenden Platten gepeinigt, in einen Ofen geworfen und mit Spießen in die Seite gestochen, ungefähr im Jahre 70

Thomas mit dem Zunamen Dydimus, das ist Zwilling, ward geboren in Galiläa, seiner Handtierung nach, wie es scheint, ein Fischer.

Man findet nichts beschrieben bei den Evangelisten von seinen Eltern und von der Zeit seiner Bekehrung, sondern nur allein von seiner Berufung zum Apostelamt.

Seine Liebe und innige Zuneigung, welche er zu Christo hatte, beweist er dadurch, daß er seine Mitbrüder ermahnte, mit hinauf nach Jerusalem zu gehen, um daselbst mit Christo zu sterben.

Aber weil er noch nie bis auf’s Blut gestritten, und auch in Ansehung des Todes Christi noch in einem gewissen Unverstand war, so hat er, gleichwie auch die andern, als ihn die Not überfiel, den Herrn verlassen.

Nachdem der Herr auferstanden war, und sich in seiner Abwesenheit den übrigen Aposteln offenbart, so konnte er solches, wie er selbst meldet, nicht glauben: es sei denn, daß er seine Finger stecke in das Mal der Nägel, womit der Herr ans Kreuz genagelt war, und lege seine Hand in des Herrn Seite, welche ein Kriegsknecht mit einem Speer geöffnet hatte. Als es sich nun zutrug, daß der Herr wiederum erschien, und sich ihm offenbarte, sagend: Bring her deine Finger und sieh meine Hände, und lege deine Hand im meine Seite etc. Da ward er überzeugt und fing an, Christum mit göttlichen Ehrentiteln zu begrüßen, ausrufend: Mein Herr und mein Gott!

Hernach hat er nebst den übrigen Aposteln Befehl empfangen, das Evangelium auf dem ganzen Erdkreis zu verkündigen, und alle Gläubigen zu taufen, zu welchem Ende er zehn Tage hernach, nämlich am Pfingstfeste, mit seinen übrigen Mitknechten den heiligen Geist in reichem Maße empfing.

Wie die Geschichte meldet, so hat er Thaddäus kurz nach der Auferstehung Christi an den König Abgarus abgesandt.

Als ihm aber Parthien in Indien und Aethiopien nebst vielen andern Landschaften zuerkannt wurden: hat er dieselben durchreist, doch hat er, wie es scheint, sich gescheut nach Mohrenland und zu andern wilden indianischen Völkern zu gehen: nichtsdestoweniger, als er von Gott gestärkt ward, hat er daselbst viele Menschen zu Gott bekehrt.

Von dem Ausgang Thoma ist dieses die wahrscheinlichste Beschreibung, welche bei den Alten gefunden wird, nämlich, daß er zu Calamina, einer Stadt in Ostindien, die gräuliche Abgötterei der Heiden, welche daselbst das Bild der Sonne anbeteten, hat aufhören machen, also daß er durch die Kraft Gottes den bösen Feind gezwungen, das Bild zu zerstören.

Hierüber ist er von den Götzen-Priestern bei ihrem König verklagt worden, welcher ihn dahin verurteilte, daß er zuerst mit glühenden Platten gepeinigt, hernach in einen glühenden Ofen geworfen und verbrannt werden sollte.

Aber die Götzen-Priester, die da vor dem Ofen standen und sahen, daß ihn das Feuer nicht verzehrte, haben seine Seite, als er in dem Ofen lag, mit Spießen und Wurfpfeilen durchstochen, und ist also seinem Herrn Jesu Christo in der Standhaftigkeit gleichförmig geworden, welchen er auch bis an seinen Tod bekannt hat. Hieronymus meldet, daß sein Leichnam, welcher wie zu ersehen war, aus dem Feuer ist gerissen worden, an demselben Ort, wo er entschlafen, auch begraben worden.

DER BLUTIGE SCHAUPLATZ ODER MARTYRER SPIEGEL DER TAUFFSGESINTEN ODER WEHRLOSEN-CHRISTEN die um des Zeugnisses Jesu, ihres Seligmachers, willen gelitten haben, und getödtet worden sind, von Christi an, bis auf das Jahr 1660

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