Onesiphorus

Onesiphorus

ein Freund Pauli, und Porphyrius, sein Mitgeselle, in Hellesponte an wilde Pferde gebunden und todtgeschleift oder zerrissen, auf den Befehl Neronis, ungefähr im Jahre Christi 70

Onesiphorus war aus Asien, ein Bürger von Ephesus, in Kleinasien, sehr tugendhaft und gottselig in seinem Leben, also daß er den Apostel Paulus zu Rom in seinen Banden oft besuchte, ansprach und tröstete, worüber sich der Apostel Paulus von Herzen freute und Gott gebeten, daß ihm diese Wohltat an dem großen Tage der Vergeltung möge vergolten werden.

Hierüber schreibt Paulus an Timotheum also: der Herr gebe Barmherzigkeit dem Hause Onesiphori, denn er hat mich oft erquickt und hat sich meiner Ketten nicht geschämt, sondern als er nach Rom kam, suchte er mich mit Fleiß und fand mich. Der Herr gebe, daß er Barmherzigkeit finde bei dem Herrn an jenem Tage; und wie viel er mir zu Ephesus gedient hat, solches weißt du am besten. 2. Tim. 1,16-18.

Am Schluß desselben Briefes läßt er Onesiphori Hausgesinde herzlich grüßen, sagend: grüßt mit etc. und das Hausgesinde Onesiphori. Die Gnade sei mit euch, Amen. 2. Tim. 4, 19,22.

Einige schreiben, daß dieser fromme Mann Bischof der Gemeine zu Kolophon gewesen, andere melden zu Koronia. Ob aber zu derselben Zeit Kolophon und Koronia eine Stadt gewesen mit zwei verschiedenen Namen, oder ob es zwei besondere Städte gewesen, so daß er täglich die Aufsicht über beide Gemeinden hatte, daran ist uns wenig gelegen zu untersuchen.

Es ist uns genug, daß die Geschichtsschreiber darin übereinstimmen, daß er und Porphyrius sein Mitknecht in dem Dienst Jesu Christi, an dem Hellespont zuerst sind, nach dem Befehl des Landpflegers Adriani, mit vielen harten Schlägen gegeißelt, und hernach beide zugleich an wilde Pferde gebunden und todtgeschleift oder zerrissen worden, vermöge des blutigen Gebots Neronis.

DER BLUTIGE SCHAUPLATZ ODER MARTYRER SPIEGEL DER TAUFFSGESINTEN ODER WEHRLOSEN-CHRISTEN die um des Zeugnisses Jesu, ihres Seligmachers, willen gelitten haben, und getödtet worden sind, von Christi an, bis auf das Jahr 1660

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