Matthias, der heilige Apostel Christi

Matthias, der heilige Apostel Christi

auf einem Felsen an ein Kreuz gebunden, gesteinigt, hernach enthauptet, im Jahre Christi 70

Matthias stammt, wie einige glauben, aus dem königlichen Hause Davids, welcher zu Bethlehem von Jugend auf in dem Gesetz Gottes wohl unterrichtet worden ist.

Er ist einer von den siebenzig Jüngern Christi gewesen, aber kurz nach des Herrn Himmelfahrt, als Judas Ischariot treulos von seinem Apostelamt abgewichen war, und sich selbst umgebracht hatte, ward er von den elf übriggebliebenen Aposteln, und von einer Schaar von hundertundzwanzig Männern durch ihr Gebet zu Gott, und durch’s Loos einstimmig erwählt an Statt des oben gemeldeten treulosen Judas zu einem Apostel und Gesandten Jesu Christi, um das Evangelium, folgend dem Befehle des Herrn, allen Völkern zu verkündigen und die Gläubigen zu taufen.

Hernach ward er nebst den übrigen elf Aposteln von dem jüdischen Rath gegeißelt, und ihnen befohlen, daß weder er noch die Uebrigen im Namen Jesu Christi predigen sollten.

Sie aber gingen fröhlich von dem Rath, weil sie würdig waren, um ihres Seligmachers willen Schmach zu leiden, und sie unterließen nicht, alle Tage in dem Tempel und hin und her in Häusern zu lehren, und Jesum Christum zu verkündigen.

Nachdem sich die Apostel um des Lehrens willen zerteilt hatten, ist nach Hieronymi Meinung dieser Matthias sehr weit in Aethiopien gereist, woselbst niemals jemand von den Aposteln gewesen ist, nämlich am allertiefsten im Lande, ja an den äußersten Enden, wo der Einfluß des Hafens oder des Stromes Asphar und Hyssus (in die See) ist, woselbst die allerunwissendsten und rohesten Menschen wohnen.

Diesen Menschen nun, welche in der allertiefsten Finsterniß der Unwissenheit saßen, ist das wahre Licht des Evangeliums durch den Dienst dieses Apostels aufgegangen.

Aber wie die Geschichte meldet, so ist er, nachdem er viele Seelen für Christum gewonnen, nach Judäam, Galiläam und Samariam zurückgekehrt, als nämlich durch die Zerstreuung der Apostel die Juden, welche dort herum wohnten, den Dienst des heiligen Evangeliums zu ihrer Bekehrung nicht genießen konnten.

Was den Ausgang und das Martertum Matthiä betrifft, so schreiben einige: daß er von den Heiden getötet worden sei, weil er sich geweigert dem Götzen Jupiter zu opfern.

Doch andere berichten, daß er um der Lästerung willen, dessen ihn die Juden beschuldigten, nämlich gegen Gott, gegen das Gesetz und gegen Mosen, von ihren Hohen-Priestern dahin sei verurteilt worden, daß er sollte an ein Kreuz gehängt, gesteinigt und hernach mit dem Beil enthauptet werden.

Aber sein Urteil war also beschaffen (weil er Jesum seinen Seligmacher nicht wollte verläugnen, sondern standhaftig bekannte) dein Blut sei auf deinem Haupte, denn dein Mund hat gegen dich selbst geredet.

Worauf er, wie einige schreiben, an ein Kreuz gebunden, andere sagen auf einen Felsen geführt, gesteinigt und vermöge des Todesurteils enthauptet worden.

 

DER BLUTIGE SCHAUPLATZ ODER MARTYRER SPIEGEL DER TAUFFSGESINTEN ODER WEHRLOSEN-CHRISTEN die um des Zeugnisses Jesu, ihres Seligmachers, willen gelitten haben, und getödtet worden sind, von Christi an, bis auf das Jahr 1660

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