Verfolgung der Christen zu Metz

Verfolgung der Christen zu Metz

Anno 1545 zur zeit der verfolgung der Kirchen zu Metz / wird auch ein Supplication an etliche Herren und Fürsten gesetzt / in welcher der leidige Bapst genennet wird ein bodenloser kolck aller gotslästerung / eine offene helle / darauß Jesus Christus verläugnet und verflucht wird. Ja er ist / sagte sie / ein todfeind der gantzen Christenheit / ein zerstörer des glaubens an Christum / der seine gnade und gerechtigkeit / so vil an ihm ist / vernichtet / und der Christlichen Kirchen all ihr gestalt / ordnung und ansehen genommen / und alle warheit außgeleschet hat. Ja er ubertrift weit alle gotslästerer / tyrannen / bluthunde und feinde Gottes / die sich jemals wider Gott und seine Gemein aufgelehnet haben. Ja da er schon der Teufel selbst ist / so hat er sich dennoch zu einem Gott gemacht / und wil für einen irdischen Gott angebetet und geehret seyn. Derwegen auch kein stand auf dem gantzen erdboden Gottes raach und straf würdiger ist / als eben der Bapst.

Diser Christlichen Kirchen zu Metz diener war herr Guilielus Farellus, welcher vilmals schriftlich und mündlich bey der Obrigkeit desselbigen orts angehalten / geflehet und gebeten hatte / daß man der lehr des H. Evangelii allda raum geben wolte. Aber die Obersten und Regenten derstelben statt haben sich diser hohen gutthat selbst unwürdig gemacht. Und wie die Gergesener von wegen der verlornen säwe / den Sligmacher der welt gebeten haben / daß er auß ihren grentzen entweichen wolte. also haben auch die Obersten zu MEtz dazumal Farellum gebeten / daß er doch Gottes wort von dem wege der ewigen seligkeit in ihrer statt nicht mehr predigen wolte. Darauff ihnen dann auch diser trewe und eiferige diener Gottes under andern vermahnungen auch dises geweissaget hat: Es wird einmal eine zeit kommen / daß ihr an stat des Herren Christi / der sich euch jetzt so freundlich mit allen seinen wolthaten anbeut / ewinen tyrannen werdet haben müssen / der euch ewer freyheit nemen / und euch gentzlich zu knechten machen wird. Welche freyheit ihr euch jetzt besorget zu verlieren / wann ihr den Herren Christusm mit seinem Evangelio auf und annemen soltet. Welche weissagung jnen hernach nur allzu wahr worden ist.

Märtyrbuch:; Denckwürdige Reden und Thaten viler H. Märtyrer, Welche nach der Aposteln biß auf unsere Zeiten / hin und wider in Teutschland / Franckreich / Engelland / Schotland / Niderlanden / Italien / Hispanien / Portugall / ec umb der götlichen warheit willen jämmerlich verfolget / gemartert und endlich auf allerley weise entleibet seind worden. Alles auß den Frantzösischen Geschichten der Märtyrer trewlich außgezogen. Gedruckt zu Herborn / 1698

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