Johann Arnd

Johann Arnd

Arnd, Johann, geb. am 27. December 1555 zu Ballenstädt im Fürstenthum Anhalt. Sein Vater Jacob Arndt, den er schon in seinem 10. Lebensjahre verlor, war daselbst Prediger unter der Regierung des Fürsten Wolfgang, nicht aber dessen Hofprediger, wie insgemein behauptet wird. Er besuchte die Schulen zu Aschersleben, Halberstadt und Magdeburg; begab sich 1576 auf die Universität Helmstädt, und gieng von da nach Wittenberg, Basel und Straßburg. Am letzten Orte hätte er durch einen Fall in den Rhein beinahe sein Leben verloren. Im Jahre 1583 wurde er in sein Vaterland berufen, als Diakonus zu Ballenstädt und Pfarrer zu Badeborn, welchem Amte er 7 Jahre lang vorstand, da er dann von den Calvinisten verdrängt wurde. Er gieng von da nach Quedlinburg, wo er 9 Jahre Pastor zu St. Nikolai war, dann nach Braunschweig, wo er 10 Jahre an der Martinskirche stand, ferner nach Eisleben, wo er das Pastorat bis ins dritte Jahr verwaltete; endlich wurde er General-Superintendent zu Zelle, wo er im Jahre 1621. am 11. May gestorben. Seine letzte Predigt hatte er über die Worte gehalten: Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ärndten. Als er am Tage seines Todes einige Zeit geschlummert, erwachte er und rief mit besonderer Heiterkeit aus: Wir sahen sein Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingebornen rc. und da ihn seine Frau sagte, wann er denn diese Herrlichkeit gesehen habe, gab er zur Antwort: Eben jetzt habe ich sie gesehen, diese Herrlichkeit. Ey welch eine Herrlichkeit ist das, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehöret, und in keines Menschen Herz kummen ist!

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