Biographie Claus Harms

Biographie Claus Harms

 Erster Abschnitt. – Kindheit, Jugend, erstes Amt. Erstes Kapitel. – Das Heimathsland.  Das Herzogthum Holstein wird durch einen sandigen Haidezug in zwei ungleiche Hälften getheilt, von denen die östliche, ein Gebirgsländchen mit weiten Buchenwäldern, an prächtigen Seen reich, zu den lieblichsten Gegenden von Norddeutschland gehört. Der Westen bietet dem Auge keine solche Abwechselung dar, aber seine Marschländer sind mit seltener Fruchtbarkeit gesegnet. Die sieben W, die nach altem deutschen Spruch ein Land lobenswerth machen, Wasser, Wiese, Weide, Wolle, Weizen, Wald…

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Churfürst August l. von Sachsen.

Churfürst August l. von Sachsen.

(Geb. 1526, gest. 1536.)   Er ist der größte unter den sächsischen Regenten, dessen Weisheit Sachsen die Begründung seiner politischen Bedeutung, dessen Glaubenstreue die deutsche lutherische Kirche die Erhaltung ihrer Eigenthümlichkeit zu danken hat.   Churfürst August wurde 1526 geboren und erhielt seine Erziehung theils in Freiberg unter Leitung des berühmten Revius, theils in Prag am Hofe König Ferdinands. Nach dem Tode seines Bruders Churfürst Moritz 1553 tritt er die Regierung Chursachsens an, welches bereits unter Moritz eine hervorragende Stellung…

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Joachim Ernst von Anhalt.

Joachim Ernst von Anhalt.

(Geb. 1536, gest. 1586.)   Joachim Ernst, geb. 1536, seit dem Ableben seines Bruders Bernhard von Zerbst Herr der gesammten anhaltinischen Lande. In seiner Jugend hatte er sich durch Kriegsdienste unter Philipp II. von Spanien ausgezeichnet, seit seinem Regierungsantritte 1562 aber allein der Wohlfahrt seines Landes gewidmet. Durch seine Einsicht, wie durch seine verwandtschaftlichen Verbindungen – er zählte die Churfürsten von Sachsen und Brandenburg, die Herzöge von Würtemberg, Holstein, Liegnitz, Schwarzburg unter seine Schwiegersöhne – genoß er nicht nur bei…

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Herzog Johann III. von Weimar.

Herzog Johann III. von Weimar.

(Geb. 1570, gest. 1605.)   Herzog Johann von Weimar, Enkel Churfürst Johann Friedrichs des Großmüthigen, ist der zweite Sohn Johann Wilhelms, eines Fürsten, von welchem ein Leichenredner den Ausspruch berichtet: „daß er viele Nächte schlaflos zugebracht, um einen Ausweg zu finden, wie Kirchen, Schulen und dem gemeinen Wesen wieder zu dem vorigen Zustand verholfen werden könnte, darinnen sie von seinem Herrn Vater verlassen worden,“ und der Tochter des durch Regentenweisheit wie durch lebendige Frömmigkeit ausgezeichneten Herzogs Christoph von Württemberg. Auch…

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Herzog Sigismund August von Mecklenburg.

Herzog Sigismund August von Mecklenburg.

(Geb. 1560, gest. 1600.) Von keinem souverainen, auch keinem thatenkräftigen Fürsten handeln diese Mittheilungen, sondern nur von einem apanagirten Prinzen, von dessen fürstlichem Stillleben indessen uns mehrere Züge erhalten sind, welche in Wort und That den christlichen Charakter erkennen lassen. Sigismund August geboren 1560, ist der zweite Sohn des durch Regententugenden, wie durch persönliche Frömmigkeit ausgezeichneten Herzogs Johann Albrecht I., des Begründers der evangelischen Kirche in Mecklenburg, eines Regenten, welcher zu einem reicheren Gemälde den Stoff gegeben haben würde, der…

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Johannes Tauler

Johannes Tauler

Johann Tauler wurde 1290 zu Strassburg geboren und starb dort 1361 als Siebzigjähriger nach einem schönen Leben, reich an Segen. Dominikanermönch und tüchtiger Theologe widmete er sich der Predigt und Seelsorge, und liess sich darin weder durch das Interdikt, welches der Pabst im Streit mit Kaiser Ludwig über Deutschland verhängte, noch durch die Schrecken des schwarzen Todes stören. Die Tiefe und Innigkeit seines Geistes versenkte sich in mystische Betrachtungen, Meister Eccard und ein Waldenser, Nikolaus von Basel, führten ihn „weiter…

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Girolamo Savonarola

Girolamo Savonarola

Hieronymus Savonarola, geboren zu Ferrara 1452, eine glühende Seele, entlief im vierzehnten Jahre in’s Dominikanerkloster zu Bologna, lehrte später dort Physik und Metaphysik, und nach Florenz berufen, wo er Prior von St. Marcus wurde, erhob er sich mit donnernden Predigten wider die Verderbniss seiner Zeit. Er zerriss die glänzende Decke der antiken Bildung, mit welcher Fürsten und Prälaten die Unsittlichkeit ihres Lebens und Staatswesens umhüllten. Als die Medizäer vertrieben wurden, trat Savonarola an die Spitze der Radikalen. Die deutschen Fürsten…

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Arnold von Brescia

Arnold von Brescia

Er hatte in Paris Abailard gehört, und trat, nach seiner Rückkehr in seine Vaterstadt, mit stürmender Beredtsamkeit auf für sein Ideal einer erneuerten reinen Kirche, erklärte die Geistlichkeit für ganz verweltlicht und forderte von ihr evangelische Armuth und Keuschheit: ohne diese sei alles wirkungslos und ungültig, was sie in ihrem Amte thue. Sein Grundgedanke scheint auf Befreiung der Kirche von ihrer weltlichen Herrschaft zu gehen, damit sie um so freier ihre geistige Mission vollbringe. Getroffen von einem Edikt des zweiten…

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Petrus Waldes

Petrus Waldes

Petrus Waldus. Peter Valdez, ein reicher Kaufherr in Lyon um das Jahr 1170, dachte bei seinen Geschäften gern über die wahre Meinung der Bibel nach. Durch den plötzlichen Tod eines Freundes erschüttert, wandte er sich von der Welt und ihren Freuden ab, theilte sein Vermögen unter die Armen, und lehrte sie, wie man in christlicher Ergebung und Arbeit ein heiliges gottseliges Leben führe. Dabei ging er auf das Evangelium und das Urchristenthum zurück, ohne jedoch die kirchlichen Institutionen anzugreifen. Seine…

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Jan Hus

Jan Hus

Johann Huss, geboren 1373 zu Hussinecz in Böhmen, stand als Professor und. mächtiger Sittenprediger in Prag am Hofe wie bei den Studenten und dem Volke in grossem Ansehen. Erfüllt von nationaler Abneigung gegen die Deutschen gab er als Rektor der Universität den czechischen Studenten das Uebergewicht über die Deutschen, worauf diese, fünftausend an der Zahl, Prag verliessen. Anfangs eiferte er nur wider den Ablasshandel und die Laster der Geistlichkeit. Seit er aber Wicleffs Schriften erhielt, wurde er durch ihr eifriges…

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